Heroes Legend

Dakar – back to the Roots – so seh’ ich das. Im Gegensatz zu der Rallye, die lediglich noch den Namen Dakar trägt, aber mit Afrika so viel zu tun hat, wie eine Kuh mit dem tanzen, findet die Heroes Legend auf alten Pfaden statt.

Der ehemalige Enduro-Weltmeister und 9-fache Dakar-Sieger – davon  6 Siege auf dem Motorrad, Stephan Peterhansel, möchte anscheinend seine Karriere als Werksfahrer beenden und sich vorrangig  der Heroes-Legend widmen. Dies lässt sich aus einer Meldung aus Frankreich schließen, wonach  er die Organisation der “Heroes” ab 2009 unterstützen möchte.
Die Heroes Legend betrifft vor allem die Amateurserie des Motorrad-Rallye-Sports. Zu Anfangs durften nur Yamaha XT’s starten, mittlerweile wurde das Reglement aber gelockert. Stephan Peterhansel hatte sich sogar extra dafür bereits 2006 eine Yamaha zugelegt, um wieder einmal einen Einblick in die Amateurszene zu erhalten. Er möchte seine Leidenschaft und Freude an  afrikanischen Wüstenrallyes mit dem sonst für die Amateure nicht umsetzbaren Vorhaben teilen.
In diesem Bezug folgt er seiner Freundin, Andrea Mayer, die zukünftig bei der neuen Sahara-Masters einsteigen will.

Heute beginnt die ‘Dakar-Rallye’…

…hat der Direktor der Dakar-Rallye, Etienne Lavigne, vor der technischen Abnahme kundgetan, die heute und morgen in Le Havre stattfindet. Für die europäischen Rally-Teilnehmer ist somit bereits die “Deadline” angekündigt.

Bei dieser absoluten Neuheit in der Geschichte der Rallye, muß man bereits über einen Monat vor dem eigentlichen Start, sein Fahrzeug Startfertig, incl. min 25 Ltr. Sprit zur technischen Abnahme bringen. Wer dies verschläft, ist schonmal raus.

Im Anschluß an die technische Abnahme werden die Fahrzeuge zum Start nach Südamerika verschifft und die Teams und Piloten sehen ihr Arbeitsgerät erst am Start wieder…

Bestimmte Branchen profitieren vom „Enduro-Virus“

Am Beispiel. „Rund um Zschopau“ lässt sich sehr gut feststellen, wie der Enduro-Motorsport die Wirtschaft ankurbelt.
Durch diese Veranstaltung werden Zehntausende an Besuchern angelockt und hierbei
profitieren natürlich die ortsansässigen Gewerbetreibenden.
Die vielen Besucher müssen natürlich auch untergebracht und verpflegt werden. Die Hotels und Pensionen sind in dieser Zeit, wenn das Enduro-Spektakel stattfindet, zu 98% ausgebucht – das betrifft auch das Frühstücken, so dass dadurch der Lebensmittelverkauf ansteigt. Ebenfalls können sich die Wäschereien an dem erhöhten Umsatz freuen. Auch öffnet in dieser Zeit das Schloss Wildeck seine historischen Pforten 2 Std. eher, um den Besucherandrang zu bewältigen – durch die Motorrad-Ausstellung ist der Andrang besonders groß und spült auf diese Weise Geld in die Stadtkasse. Selbst das Schloss Augustusburg freut sich über das mehr an Besuchern.

Ebenso freuen sich die Brauereien aus dem Erzgebirge bei der Veranstaltung über einen erfahrungsgemäßen Mehrverbrauch von 90 – 180 Hektolitern Bier. Außerdem tragen die etwa 150 Weißbrote, 300 Baguette-Brötchen sowie mehrere hundert Semmeln, die zusätzlich zur üblichen Herstellung gebacken werden, zu einer Umsatzsteigerung der Bäckereien bei. Auch können sich die Motorrad-Händler darüber freuen, dass sich an diesem Wochenende der Enduro-Veranstaltung, wieder einige Leute mehr mit dem Enduro-Virus infizieren.

Lärm?

Wenn’s dem Nachbarn nicht gefällt… pro und contra
Die Leute vom Motorsport-Club Mölln sind sauer. Anwohner eines Ortsteiles behaupten, der Lärm bei den Veranstaltungen stört so sehr, dass man nicht mehr auf der Terrasse sitzen könne.
Allerdings sind diese betroffenen Beschwerde-Führer über 500 Meter von der Strecke entfernt, zudem ist die Ortschaft noch durch ein Waldstück von der Strecke getrennt.

Der MSC-Mölln hat vergangenes Jahr mehrere Lärmmessungen an verschiedenen Tagen von unabhängigen Fachleuten durchführen lassen, bei denen  sich dann herausstellte, dass die gemessene Lautstärke durchaus den üblichen Werten in einem Wohngebiet entsprechen.
Einige Anwohner der Waldstadt sehen das aber anders – dabei gibt es auch unterschiedliche Meinungen: einige wenige stört’s – die anderen wiederum nicht…

Jetzt wird versucht für nächstes Jahr, eine für alle akzeptable Lösung zu finden.
Die Strecke, der Heidering, besteht bereits seit 1951 – aber in diesem Jahr konnten nur 2 Rennen durchgeführt werden. Trainingszeiten gibt es nur noch Mittwochs, von 16:00 bis 19:30 und einmal im Monat ein freies Training Samstags. Trotzdem gibt es Leute, die schon bei einer 5-minütigen Zeitüberschreitung die Polizei rufen.

;-) hoffentlich artet das nicht so aus wie auf dieser Veranstaltung: klick

Sport vs. Naturschutz

Ein Treffen zwischen Naturschützern und Sportlern geht in der Natur nicht immer emotionslos vonstatten.
Es kein Wunder, denn der Naturschützer will das “letzte Stück Natur” vor dem Menschen beschützen – andererseits wehrt sich aber der Sportler gegen die Ausgrenzung und Restriktion.
Der Naturschutz  ist allerdings eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft, nicht die des Naturschützers oder der Naturschutzverbände. Daher müssen wir uns alle daran beteiligen und unsere Lebensgrundlage langfristig sichern.
Die Notwendigkeit des Naturschutzes kann niemand aberkennen, trotzdem hat es der Naturschutz in Deutschland nicht leicht. Warum hat also der Naturschutz so wenig Akzeptanz und was hat das mit Motocross, bzw. Enduro zu tun?
Der Mensch wird ja seit jeher, vom klassischen Naturschutz, als Feind eines intakten Ökosystems angesehen. Etliche Fallbeispiele dienen hierzu als nicht abstreitbarer Beweis.
Wenn dabei aber gefolgert wird, den Menschen aus der Natur auszusperren, ist man über das Ziel hinausgeschossen.
Pauschale, undifferenzierte Sperrungen von Gebieten, die vorher noch von Panzern, Baumaschinen, Holzvollernter u.ä. durchpflügt wurden, sind hierzu das Parade-Beispiel.
Wir alle sind nämlich nicht in die Natur gekommen, sondern aus ihr.
Bei Umfragen kommt aber immer wieder das Ergebnis zustande, dass wir Eindringlinge seien und deshalb sei die Natur vor dem Menschen zu schützen.
Diese Umfrage-Ergebnisse zeugen aber nur von einer naiv-verklärten Sicht dieses Themas und bringen keinen weiter.
Wir alle brauchen Natur-Erfahrungen, obwohl es für den Großstadt-Menschen eigentlich nicht mehr nötig ist, sich das Wissen über die Natur anzueignen.
Der Großteil der Menschheit lebt schließlich in Städten und außer einem Spaziergang durch den Stadtpark hat die Bevölkerung wenig mit Natur zu tun.
Gelegenheit für wirkliche Naturerfahrung gibt es daher meist nur selten und führt deshalb auch zu einer Entfremdung mit der dem Menschen umgebenden Umwelt.
Der Mensch, der sich aber von der Natur entfremdet, setzt sich nicht für den Erhalt derselben ein.
Deshalb müsste die These heißen: der Mensch muss in die Natur, um mehr über sie zu erfahren und den persönlichen Umgang damit zu überdenken.

Sport ist dabei sicher nicht der wichtigste Ansatz, aber dadurch kann man den Bezug zu Flora & Fauna wieder herstellen.
Durch den undifferenzierten Naturschutz ist nur der Graben zwischen Naturschützern und Sportlern tiefer geworden, obwohl beide annähernd die selben Ziele verfolgen.
Kein Kanu-, oder Ruderboot-Fahrer möchte seine Paddel in eine stinkende Kloake eintauchen, kein Wanderer möchte in eine zerstörte Landschaft seine Füße setzen – und so geht es auch uns Motor-Sportlern: auf einer Müllhalde zu fahren ist nicht besonders reizvoll.
Der Sport in der freien Natur bietet als einzigstes die Möglichkeit, Erholung und die Herausforderungen mit den Elementen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Und eben diese Erfahrungen sind für die Persönlichkeitsbildung von großer Bedeutung.
Der Drachenflieger in der Thermik, der Kajak-Fahrer im Wildwasser und eben der Enduro-Fahrer im Gelände – all diese Erfahrungen prägen den Menschen.
In Zeiten zunehmender Naturentfremdung sind diese Erfahrungen von zentraler Bedeutung – sie widersprechen dem Glauben an das grenzenlose Wachstum auf Kosten der Natur, sie schaffen einen Bezug zur Natur.
Ich habe deswegen kein schlechtes Gewissen, wenn ich mich in der freien Natur bewege. Die Frage muss nämlich lauten: wie verhalte ich mich gegenüber der Natur und wie kann ich mein Wissen umsetzen.
Naturschutz ist gleichbedeutend mit Lebensfreude und daher auch unsere Verpflichtung in dieser Richtung aktiv zu werden.
Der Sportler in der Natur ist nicht Gegner des Naturschutzes, sondern ein gleichgesinnter Partner.