Chance in der Krise

Die Mobilfunkunternehmen haben sich zusammengetan und einen offenen Brief an die Teilnehmer des stattgefundenen G20-Gipfel in London gesandt.

Darin erklären die Mobilfunkunternehmen, durch weltweite Investitionen in Höhe von ca. 550 mrd $, können mehr als 25 mil neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Allerdings nur, wenn die Mobilfunkunternehmer ihre angestrebten Frequenzbreiten endlich erhalten und die staatliche Regulierung des Marktes reduziert werde.

Dadurch, durch den Ausbau des mobilen Internets und der Mobilfunkversorgung,  soll ein Anschub der globalen Wirtschaft in ungeahnter Höhe entstehen, schreiben die Vorstände der größten Unternehmen im Mobilfunkbereich – unter anderem von Nokia, Ericsson und T-Mobile. Hauptsächlich wird das dann auf eine Steigerung der Produktivität auf einer weitreichenden Basis, in Entwicklungs- und Schwellenländern zurückzuführen sein.

Die Interessengemeinschaft der Mobilfunkunternehmer fordert im Gegenzug, vor allem von der EU, dass sie sich bei ihrer Regulierungs-Arbeit zurückhält.  Dies betrifft aber vor allem den End-Verbraucher, der eben durch die Regulierungsbehörden vor überhöhten Preisen relativ geschützt wird. Den Mobilfunkunternehmen ist das jedoch ein Dorn im Auge, wenn ihnen immer wieder gesagt wird, sie müssen ihre im internationalen Vergleich hohen Preise absenken – dies betrifft vorallem die Roaminggebühren für internationale Telefongespräche und SMS sowie die Kosten für die sogenannte “letzte Meile”.

Noch dazu hoffen die Mobilfunkbetreiber, dass der Rechte-Erwerb an neuen Frequenzen wegen den krisengebeutelteten Regierungen, eher zu einem Schnäppchen wird und nicht so ein unvorstellbares Maß annimmt, wie damals, als die jetzt gültigen UMTS-Lizenzen versteigert wurden. Damals, im Jahr 2000, wurde unter vielen lautstarken Geboten und Getöse die Rekordsumme von 50 mrd. € in die Staatskassen gespült. Daraufhin spottete der damalige Finanzminister H. Eichel: UMTS bedeute, unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung der Staatsschulden.

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