Was versteht man unter „Outlet Shopping“?

Outlet Shopping ist in aller Munde. Überall kann man es lesen: Hier Outlet Shopping! Preisnachlässe bis 50 % auf Markenartikel! Jetzt günstig einkaufen! Aber was meint dieser Begriff genau? Und wer hat´s erfunden?

Es begann in den USA

Die erste Frage ist leicht beantwortet: Outlet Shopping ist der Einkauf in Verkaufsstätten, in denen Ware, die nicht im normalen Handel verkauft wurde, mit manchmal erheblichem Preisnachlass angeboten wird. Diese Ware kann aus nicht mehr aktuellen Kollektionen stammen, leichte Fehler enthalten oder aus Überproduktion und Rückläufern des Handels stammen.
Die Beantwortung der zweiten Frage schafft noch mehr Klarheit um die Geschichte dieser Marktform: Der Besitzer der Dexter Shoe Company, Harold Alfonder, eröffnete in den 1960er Jahren bereits in den USA einen ersten Outlet Store, in dem er mangelhafte Schuhe seiner Fabrikation preisgünstig verkaufte. 1971 gab es in den USA bereits 300 Factory Outlet Center, Outlet Shopping hatte dort bereits begonnen. Nach Europa, genauer nach Frankreich, kam die Idee 1981. Großbritannien zog nach und hat heute mit über 40 Outletzentren die meisten in Europa. Solche Zentren gibt es nun auch in Deutschland.

Nicht nur Zustimmung

Widerstand gab es zunächst von Einzelhandelsverbänden, Industrie- und Handelskammern, Gewerkschaften oder Umweltorganisationen – allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Monieren vor allem Umweltorganisationen die Zubetonierung von Grünflächen am Stadtrand, so befürchtet der Einzelhandel nicht selten eine Verödung zentraler Citylagen. Eine marktwirtschaftliche Vorgabe der Outletzentren ist, dass 3 Millionen Menschen diese Zentren in einer Stunde erreichen können. Ingolstadt Village wurde so 1992 gegründet und hat sich auf Luxus-Outlet-Shopping spezialisiert. Dort gibt es etwa 900 Outlet-Geschäfte internationaler Modemarken und bieten so ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis für markenbewußte Einkäufer. Selbst Interessenten aus dem benachbarten Ausland kommen dorthin. Die Käufer sollten sich aber auch darauf einstellen, dass man Markenartikel, die bis zu 70 Prozent unter dem Neupreis angeboten werden, nicht immer in allen Farben und Größen zu haben sind. Auch muss man darauf achten, ob es sich wirklich um Markenartikel handelt oder speziell für das Outletshops hergestellte Billigware.

Outlet Stores auch online

Als das Internet immer wichtiger für den Warenverkauf wurde, machte man das Outlet Shopping auch online salonfähig. Entweder bieten die Hersteller Outletware selber über entsprechende Seiten an, oder Internetanbieter verkaufen ganze Markenpaletten preisreduziert. Auch nur bestimmte Produkte, etwa Schuhe, als Outletware anzubieten, ist immer weiter verbreitet. Der Internetanbieter Zalando für Schuhe verdankt dieser Idee einen großen Teil seines Erfolgs.

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